Vorträge

Winterhalbjahr 2019/2020

Unsere Vorträge finden im Lichthof des Museums Ulm (Marktplatz 9) statt.
Vortragsbeginn ist immer 19.30 Uhr.
Der Eintritt ist frei


Mittwoch, 16. Oktober 2019

Werner Rudowski (Bochum)
Michael Scheffelt (1652–1720), ein Ulmer Mathematiker, Instrumentenbauer und Lehrer
Scheffelt setzte die Tradition der bedeutenden Ulmer Mathematiker wie Joseph Furttenbach, Wolfgang Bachmayer und Johannes Faulhaber fort und verfasste viel beachtete Bücher. Darin beschrieb er die von ihm erfundenen oder verbesserten Instrumente und erklärte deren Anwendung. In seiner Werkstatt wurden tausende Instrumente verschiedenster Art gefertigt, wie wir aus seinen „Verkaufskatalogen“ wissen. Nur 13 davon sind bisher aufgetaucht. In seinen späten Jahren war er auch Lehrer für Mathematik am Ulmer Gymnasium und erteilte Handwerkern Unterricht.


Mittwoch, 13. November 2019

Dr. Bertram Lucke (Erfurt)
Die Herzoglich bayerische Hof-Glasmalerei C. H. Burckhardt & Sohn und ihre Glasgemälde für das Ulmer Münster
Die „Herzoglich bayerische Hof-Glasmalerei C. H. Burckhardt & Sohn“ in München zählte in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und im frühen 20. Jahrhundert zu den renommiertesten Firmen dieser Prägung. Ihre europaweit verbreiteten Werke sind heute u. a. im Elsass, in Süddeutschland und in Thüringen zu finden. Die im Rahmen des Vortrags auch thematisierten Glasgemälde für das Ulmer Münster – kriegszerstört, entwurfsseitig vollständig überliefert – gehörten zu den Hauptreferenzen des Unternehmens.


Mittwoch, 29. Januar 2020

PD Dr. Wolfgang Schöllkopf (Ulm)
Hans Scholl, der ‚Homo viator‘ – seine Zeit in Ulm (1932–1943) in der neueren Forschung
Zu Hans Scholls einhundertstem Geburtstag im Jahr 2018 sind zwei neue wissenschaftliche Biographien von Jakob Knab und Robert M. Zoske erschienen. Letzterer hatte zuvor eine Studie mit umfangreichen Quellenfunden vorgelegt. Das lohnt die Frage, wie in diesen neuen Arbeiten die Zeit Hans Scholls in Ulm dargestellt und interpretiert wird. Dazu hat die Erinnerungskultur und Spurensuche vor Ort eine zentrale Bedeutung. Im Gespräch mit den verschiedenen Interpretationen zu Hans Scholl wird sein Werden und Widerstand von Neuem deutlich.


Mitwoch, 19. Februar 2020

Dr. des. Tjark Wegner (Tübingen)
Skandal!? Die Reform des Söflinger Klarissenklosters
Das Klarissenkloster in Söflingen ist insbesondere wegen der sog. Söflinger Briefe und Liebeslieder bekannt. Lange hielt sich die Vorstellung, dass die Nonnen vor den Toren Ulms ein unzüchtiges Leben führten, weswegen das Kloster schließlich im Januar 1484 reformiert wurde. Doch was steckt hinter den Vorwürfen? Welche Motive lassen sich auf Seiten der Reformunterstützer finden? Ging es wirklich nur darum, angebliche Skandale im Kloster abzustellen oder lassen sich noch andere Gründe in den Briefen und Prozessakten finden?


Mitwoch, 18. März 2020

Mag. Alexandra Chava Seymann (Ulm)
Zur Provenienzforschung im Ulmer Museum
Seit Februar 2017 wird im Museum Ulm im Rahmen eines vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Projektes Provenienzforschung betrieben, um die Sammlungsbestände systematisch zu überprüfen im Hinblick auf ungeklärte Provenienzen und mögliche NS-verfolgungsbedingt entzogene bzw. unter Zwang veräußerte Objekte, die auf direktem oder indirektem Wege in die Sammlung kamen; der Schwerpunkt liegt dabei auf Erwerbungen aus den Jahren von 1933 bis 1945. Der Vortrag will einen Einblick in die Forschungsergebnisse geben und, anhand ausgewählter Beispiele, wesentliche Problemkreise und Fragestellungen der Provenienzforschung erläutern.



Historischer Verein Neu-Ulm – Vorträge (1. Halbjahr 2020) unseres Neu-Ulmer Partnervereins

V.i.S.d.P: Ulrich Seitz, Vorsitzender, Gotenstraße 35, 89233 Neu-Ulm, Telefon 07307-7333

Die Vorträge des Historischen Vereins Neu-Ulm finden im Dr.-Joachim-Keller-Saal der Musikschule Neu-Ulm (Gartenstraße 13) statt.
Vortragsbeginn ist immer 19.30 Uhr.
Der Eintritt ist frei


Dienstag, 18. Februar 2020

Matthias Burger (Neu-Ulm)
Das Stadtmodell Neu-Ulm 1869
Im Jubiläumsjahr 2019 erarbeiteten Schülerinnen und Schüler des Lessing-Gymnasiums Neu-Ulm ein digitales 3-D-Modell der Stadt Neu-Ulm im Jahr ihrer Stadtwerdung. Noch ist es nicht in Metall gegossen, um am Petrusplatz dauerhaft aufgestellt zu werden. Doch weit über den Zweck des Projekts hinaus ergaben sich im Verlauf der Arbeit interessante Erkenntnisse über Neu-Ulms Stadtstruktur. Die Momentaufnahme von 1869 zeigt eine Stadt die Festungs- Brückenkopf, Bahn- und Betriebsgelände, beschauliche Gartenlandschaft und aufstrebende moderne Siedlung zugleich ist. Im Vortrag wird auch erklärt, wie die Recherche und die digitale Modellierung durchgeführt wurden und wie die Herstellung des späteren Gusses geplant ist.


Auf Einladung der Kath. Erwachsenenbildung (KEB)
Mittwoch, 4. März 2020
um 19 Uhr im Saal des Gemeindehauses „Kontakt“ der Kath. Pfarrgemeinde Christus, unser Friede
in Neu-Ulm Ludwigsfeld (Karlsbader Straße 22)


Ulrich Seitz (Neu-Ulm)
Die Stadt und das 12. K.B.Infanterie-Regiment
(Wiederholung des HV-Vortrags vom 18. Oktober 2016)
Die Entwicklung der Stadt und der Alltag in Neu-Ulm gestaltete sich von 1858 bis 1914 maßgeblich unter dem Einfluss der größten militärischen Einheit der Garnison. Es entstand eine Symbiose, ein „fester Kitt“, zwischen der Bürgerschaft und „ihren 12-ern“. Der Blick über die Zeit am Ort trägt auch zum Verständnis bei, wie es gelang eine Nation in den I. Weltkrieg zu führen und vier Jahre darin zu halten.


Dienstag, 17. März 2020

Wolgang Ott, M.A.(Weißenhorn)
„Flickwerk“
Von der Kreativität des Notbehelfs hin zum „upcycling“
Der Referent, jahrzehntelang Museumsleiter und Stadtarchivar in Weißenhorn, beleuchtet kulturhistorisch ein Phänomen, die „Schwäbische Sparsamkeit“. „Mit dem Alten muss man’s Neue sparen“, sagt ein regionales Sprichwort und weist damit keineswegs nur auf die schwäbische Einstellung zum Umgang mit Sachen hin. Woher kommt in der heutigen Wohlstandsgesellschaft immer noch unser Hang zum Reparieren und zum Aufbewahren? Die Spanne reicht von den Schriften der Bauernaufklärung des 18. hin zu den Reparaturanleitungen des 20. Jahrhunderts. Der Vortrag will auf die Entwicklung dieses Bereichs in den letzten 200 Jahren eingehen und deutlich machen, wie aktuell das Thema unter geänderten Vorzeichen bis heute ist



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