Ernst Bauer und der Aegis Verlag. Ein Beitrag zur Ulmer Nachkriegsgeschichte
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Prof. Dr. Enno Bünz, Universität Leipzig
Eine große Kirche für eine große Stadt Eine Besonderheit Ulms ist, dass die Stadt im Gegensatz zu anderen mittelalterlichen Großstädten nur eine einzige Pfarrkirche besaß – seit dem Frühmittelalter die Marienkirche „ennet felds“ außerhalb der Stadtmauern, ab 1377 dann das Münster mitten in der Stadt. Die Ulmer Pfarrkirche hatte deshalb nicht nur in architektonischer Hinsicht, sondern auch mit Blick auf Personal, Ausstattung und Inventar den Zug zum Großen und Besonderen.
Das Ulmer Münster war deshalb mehr als nur eine Kirche in der Stadt, sondern es war DIE Bürgerkirche, auf die Alltagsleben wie Frömmigkeit in der großen Stadt konzentriert waren. Um diese Kirche drehte sich nicht nur aufgrund ihrer Lage das Leben der Stadt und ihrer Menschen, die wir mit ihren Glau bensüberzeugungen und Frömmigkeitspraktiken ernstnehmen sollten. Der „Zug zum Großen“ im Ulmer Münster war nicht das Monument einer reichen Macht- und Herrschaftskirche, sondern der Ausdruck städtischer Glaubenshaltung.
Der Vortrag wird den Blick nicht nur auf Ulm richten, sondern auch den Vergleich mit anderen Reichsstädten wagen.