Bildnis der Anna Margaretha Wagenhuber, 1748
(Foto: Ulmer Museum, AV)
Hortulus Animae, Gebetbuch von 1513
(Foto: Stadtarchiv Ulm)
Johann Tobias Mahler, Pokal der Ulmer Bäckergesellen
(Foto: Karl-Siegfried Mühlensiep)

Die Sammlungen des Vereins – erlesene Kostbarkeiten aus vergangenen Jahrhunderten

1908 bzw. 1921 kamen die auch heute noch vereinseigenen umfangreichen Bestände und Sammlungen in die städtische Obhut von Stadtarchiv/Stadtbibliothek (damals noch eine gemeinsame Dienststelle, seit 1967 zwei selbstständige Abteilungen) bzw. Ulmer Museum, wo sie heute noch verwahrt und von allen Interssierten benutzt werden können bzw. im Museum Ulm präsentiert werden.

In die Stadtbibliothek/Stadtarchiv wurde 1808 die vollständige Vereinsbibliothek einschließlich der Handschriften und Urkunden verbracht, darunter etwa ein Druck des frühen 16. Jahrunderts mit prächtig kolorierten Holzschnitten oder ein kaiserlicher Wappenbrief für eine Ulmer Familie von 1473 (beglaubigte Abschrift von 1591). Die Vereinsbestände in der Stadtbibliothek sind in der Zwischenzeit von ca. 17.000 Bänden auf über 25.000 Bände angewachsen. Die 118 Urkunden aus dem Zeitraum von 1221-1808 befinden sich heute im Stadtarchiv – Haus der Stadtgeschichte und sind demnächst auf dessen Homepage online zugänglich [Adresse wird noch mitgeteilt]. Die Akten des Vereins werden ebenfalls im Stadtarchiv aufbewahrt; dank der finanziellen Unterstützung mittels einer Anerkennungsprämie der Ulmer Bürgerstiftung zum 175jährigen Vereinsjubiläum 2016 konnte mit der Verzeichnung und Katalogisierung der Bestände in der Stadtbibliothek und im Stadtarchiv begonnen werden.

Im Ulmer Museum fand 1921 die in ihrer Geschlossenheit einzigartige Sammlung von Ulmer Zunftobjekten sowie die gesamte Kunstsammlung des Vereins Aufnahme, darunter vor allem und mehrheitlich bedeutende Werke spätgotischer Meister, einzelne Bildnisse oder auch frühgeschichtliche Zeugnisse.

Aus dem Sammlungsschatz

Eine reichverzierte alamannische Bügelfibel aus dem 6. Jh.; vollendete Schnitzwerke der Spätgotik, darunter Arbeiten aus der Werkstatt des Niklaus Weckmann um 1520; ein Evangelienpult Jörg Syrlin d. Ä. von 1458; aufwendig gestaltetete Zunfttafeln und Zunftpokale feinster Ulmer Goldschmiedearbeit als stolze Zeugnisse Ulmer Handwerkstradition; die Kunst- und Naturalienkammer des Ulmer Kaufmannes Christoph Weickmann aus dem 17. Jahrhundert; die erste photographische Ulmer Architekturaufnahme mit dem Ulmer Münster von 1854; Sonderstücke wie das Richtschwert des Ulmer Scharfrichters aus dem Anfang des 18. Jhs. oder ein sog. Ballonbrief von 1870, das frühe Zeugnis eines Luftpostbriefes.

 

Das Ulmer Münster, um 1854.
Älteste Ulmer Architekturaufnahme. Geschenk des Ulmer Fotografen Jakob Friedrich Radl an den Verein (1855).

Vidimus (= Beglaubigung) eines am 21. Juni 1473 ausgestellten Wappenbriefes für die Familie Rottengatter (ausgestellt von Kaiser Friedrich III. in Ulm) durch den Propst des Wengenstifts am 9. September 1591
(Foto: Stadtarchiv Ulm)