Vorträge mit unterschiedlichen Themen aus Geschichte, Kunst, Kultur und Politik – von der Ulmer Frühgeschichte bis zu aktuellen Themen der Stadt.

Vorträge

Vortragsprogramm Winterhalbjahr 2021/2022 im Lichthof des Museums Ulm (Marktplatz 9)
Eintritt frei
Anmeldung erforderlich

Aufgrund der immer noch andauernden Corona-Pandemie müssen wir uns weiterhin an die gesetzlich vorgegebenen Regeln halten. Wir bitten Sie daher freundlich, sich per e-Mail (info[at]verein-ulm-oberschwaben.de) oder per Post zu den Vorträgen im Museum Ulm anzumelden. Sie erhalten von uns eine Bestätigung, ob die Veranstaltung stattfinden kann, ob Sie wegen der begrenzten Besucherzahl teilnehmen können und die Infos zu den dann aktuell geltenden Regeln (3G/2G, Mund-Nasen-Schutz).


20. Oktober 2021, 19.30 Uhr

Sabine E. Tomas / Dr. Annette Pelizaeus (Stuttgart)

Ulmer Münster – Erinnerungskultur einer Bürgerkirche

Beten, staunen, Frieden finden – Das Ulmer Münster beeindruckt nicht nur Christinnen und Christen, sondern Gäste aus aller Welt. Als Wahrzeichen der Stadt fungiert es nicht nur als Ort der Religiosität, sondern als Identifikationssymbol für eine ganze Region. Diese identitätsstiftende Funktion lässt sich nachvollziehen anhand der außergewöhnlichen Baugeschichte des Ulmer Münsters genauso wie an materiellen und immateriellen Formen der Gedenkkultur, die nicht nur im 19. Jahrhundert gepflegt wurde, sondern auch heute noch sehr präsent ist.

17. November 2021, 19.30 Uhr

Dr. Henning Petershagen (Ulm)

Schwäbisch offensiv!

Wenn Schwaben sich einreden lassen, sie könnten nicht richtig Deutsch, und wenn sie daher womöglich den Besuch eines Hochdeutschkurses in Erwägung ziehen, dann kann es nur daran liegen, dass sie zwar Schwäbisch können, es aber nicht kennen. Denn sonst würden Sie in die Gegenoffensive gehen anstatt zu befürchten, ihr Akzent könnte ihnen die Karriere versauen.
Die Sorge ist freilich nicht ganz unberechtigt, denn es gibt genügend Beispiele für die Diskriminierung der Mundart. Dagegen hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann mittlerweile eine Mundart-Offensive gestartet, für die Henning Petershagen Munition liefert. Er beweist, dass Schwäbisch kein schlechtes Deutsch ist, sondern dessen legitime Variante mit eigenen Regeln und hoher Präzision. Er beleuchtet die Geschichte des Schwäbischen, begründet die oft belächelte Aussprache und zeigt, dass Schwäbisch das eigentliche Hochdeutsch ist und dass man sich das Geld für einen Hochdeutsch-Kurs sparen kann.

26. Januar 2022, 19.30 Uhr

Dr. Johannes Moosdiele-Hitzler (Lauingen)

Reichsstädte und Reichsritter. Kulturelle Aspekte einer wenig bekannten Beziehung

Reichstädte und Reichsritter einte in der Frühen Neuzeit der Widerstand gegen die Ansprüche benachbarter Landesfürsten. Aus dieser Interessengemeinschaft ergaben sich Beziehungen, die sich vor allem im kulturellen Bereich bemerkbar machten und lange nachwirkten. Die reichsritterschaftlichen Korporationen saßen und tagten fast immer in Reichsstädten, andererseits waren reichsritterschaftliche Pfarrstellen häufig mit Reichsstädtern besetzt. Nicht wenige Rittersitze sind Zeugnisse reichsstädtischer Baukunst. Der Vortrag geht dieser Beziehung am Beispiel der Ritterherrschaften im Brenztal und der Reichsstadt Ulm nach.

23. Februar 2022, 19.30 Uhr

Prof. Dr. Folker Reichert (Heidelberg)

Felix Fabri, Marco Polo und die japanischen Inseln

Der Ulmer Dominikaner Felix Fabri ist durch seine zwei Heiliglandreisen (1480 und 1483/84) mittlerweile auch international eine Berühmtheit. Dass sein geographischer Horizont noch viel weiter, nämlich bis nach Ostasien, bis nach Japan reichte, ist der Fabri-Forschung bislang entgangen. Seine Kenntnisse verdankte er nicht nur, aber vor allem Marco Polo. Dessen abenteuerlicher Lebensbericht wurde im ausgehenden 15. Jahrhundert mehrmals gedruckt und konnte auch in Ulm gelesen werden. Der Vortrag führt an die Schauplätze dessen, was Felix Fabri wissen konnte, und zeigt, welchen Anteil der Ulmer Dominikaner an den gelehrten Debatten seiner Zeit nahm.

30. März 2022, 19.30 Uhr

Dr. Hole Rößler (Wolfenbüttel)

„meinem Nebenmenschen darmit wolmeinend zu dienen“
Joseph Furttenbachs publizistische Erfindungen

Der Ratsherr und Architekt, Chronist und Buchhalter Joseph Furttenbach (1591–1667) gehört auch aufgrund seiner zahlreichen, reich bebilderten Schriften zu den bekanntesten Ulmer Persönlichkeiten des 17. Jahrhunderts. Weniger bekannt ist, dass Furttenbach ausgesprochen erfindungsreich war, wenn es darum ging, seine kostspieligen Bücher zu finanzieren und zu vermarkten. Vielfach beschritt er dabei neue, mitunter ganz modern anmutende Wege. Zugleich verstand es Furttenbach wie kaum ein anderer Autor seiner Zeit, seine Abhandlungen mit dem eigenen Lebenslauf und den Mitgliedern seiner Familie zu verquicken. So entstanden außergewöhnliche Werke der frühneuzeitlichen Sachliteratur.


Historischer Verein Neu-Ulm

Vorträge unseres Neu-Ulmer Partnervereins im Saal der Musikschule Neu-Ulm (Gartenstraße 13)
Eintritt frei
Anmeldung erforderlich

Derzeit ist u.a. die Teilnehmerzahl begrenzt. Deshalb bitte ich Sie, sich für den Vortrag per Email unter ulrich-seitz[at]gmx.de oder Telefon 07307-7333 ab 18.10.2021 anzumelden. Sie müssen bis dahin vollständig geimpft oder genesen sein (2-G-Status). Wir hoffen bei diesem Status bis Mitte November auf wesentliche Erleichterungen. Es erfolgt die Berücksichtigung nach der Reihenfolge der Anmeldungen. Alle Gemeldeten erhalten rechtzeitig vor dem Vortragstermin Nachricht, ob sie einen Platz erhalten können und unter welchen Pandemie-Bedingungen der Vortrag stattfindet. Impfnachweis bzw. Bescheinigung über die Genesung sind vorzulegen.


16. November 2021, 19.30 Uhr

Wolfgang Ott, M.A. (Weißenhorn)

„Flickwerk“
Von der Kreativität des Notbehelfs bis hin zum „upcycling“.

Der Referent, Museumsleiter und neuer Heimatpfleger im

Der Referent, Museumsleiter und neuer Heimatpfleger im Landkreis Günzburg, beleuchtet kulturhistorisch ein Phänomen, die „Schwäbische Sparsamkeit“. „Mit dem Alten muss man´s Neue sparen“, sagt ein regionales Sprichwort und weist damit keineswegs nur auf die schwäbische Einstellung zum Umgang mit Sachen hin. Woher kommt in der heutigen Wohlstandsgesellschaft immer noch unser Hang zum Reparieren und zum Aufbewahren? Die Spanne reicht von den Schriften der Bauernaufklärung des 18. hin zu den Reparaturanleitungen des 20. Jahrhunderts.
Der Vortrag will auf die Entwicklung dieses Bereichs in den letzten 200 Jahren eingehen und deutlich machen, wie aktuell das Thema unter geänderten Vorzeichen bis heute ist.